Zurück in die eigene Vergangenheit

Zweifellos zählt die Sommerbobbahn in Monschau-Rohren zu den Freizeitattraktionen der Eifelregion, die mittlerweile in der dritten Generation besucht werden.

Seit 1977 schlängelt sich nun die ca. 750 Meter lange Edelstahlröhre durch die Eifellandschaft.

  • Alle Jubeljahre kehre ich hierhin zurück. Mein Kinder hatte ich als Alibi dabei und nach wie vor hat die Bahn nichts an Attraktivität verloren.  Irgendwie gelingt es mir auch mittlerweile der Versuchung zu widerstehen ungebremst die Abfahrt zu wagen. Ich denke schon, dass ich Anno 1985 oder 1988 schneller war. Aber damals heilten die Knochen auch noch schneller zusammen und das Gespür für Schmerz war wesentlich geringer ausgeprägt.

Eine weitere Zeitreise war der Besuch des Wildparks Hellental.  Diesen habe ich zuletzt 1983 besucht und hatte an diesen Besuch keine Erinnerung.

Vom Besuch war ich dann doch positiv überrascht. Man  bekommt  doch einiges geboten.

Die Kinder sind aber mittlerweile schon fast zu groß für den Wildpark. Gut das demnächst ein kleiner Neffe  als Alibi-Kind für die  Besuche der Attraktionen  zur Verfügung steht.

 

Dem Aachener sein liebstes Kind – LAGEBERICHT REITTURNIER

Es war  wieder CHIO und das öffentliche Leben in der Kaiserstadt warquasi zum erliegen gekommen.

Den  Aachenern und ihren Gästen wurde auch wieder einiges geboten. Gekrönte Häupter, die hier so geliebt werden, waren in Person des schwedischen Königspaars vor Ort und sorgten so für volle Seiten im Feuilleton der Aachener Zeitungen.

Zu den gekrönten Häuptern gesellten sich die üblichen Verdächtigen aus Kommunal- , Landes-, Bundespolitik und Geldadel.

Sehen und gesehen werden beim Promi-Defilée
Sehen und gesehen werden beim Promi-Defilée

Das CHIO verlief Störungsfrei und ich hatte Tagelang wieder mein Quartier in der Tivoliwache aufgeschlagen. Ich bin nun leidlich froh, dass  das Turnier vorbei ist und ich mich wieder meinen alltäglichen Aufgaben widmen kann.

Besuch in der Europahauptstadt; dem BREXIT zum Trotz!

Dem BREXIT zum Trotz führte uns ein Tagesausflug vor einigen Tagen nach Brüssel. Der Besuch des „Jubelparkmuseums“ führte zu folgender Trip-Advisor Bewertung:Brüssel

„Leider  war es ziemlich verregnet, so dass wir nach dem Besuch des Atomium beschlossen eines der im schönen Jubelpark gelegenen Museen zu besichtigen.  Fußläufig erreich man den Park und die Museen am schnellsten aus dem EU-Viertel.  Das Gebäude der EU-Kommission ist in Fußgehreichweite.  An Wochenenden ist in diesem Bereich genug Parkraum für das Auto vorhanden.  Das Museum befindet sich im rechten Teil eines großen

BrüsselDSCF6733Gebäudeensembles, in dessen Mitte sich ein großer Triumphbogen befindet.

Im Entrée des Museums befindet sich die leider mittlerweile unvermeidliche Sicherheitskontrolle, mit erfreulicherweise sehr höflichen und gründlichen Personal.  An einen klassichen Kartenschalter kann man das Eintrittsticket erwerben.  Die Tarife halten sich m.E., für den Umfang der Sammlung in Grenzen und gehen völlig in Ordnung (Erwachsene: 8,- €; Senioren: 6,- € und Kinder -18 Jahre: 2,-€). Die permanente riesige Sammlung wird auf mehreren Ebenen präsentiert und umfasst grob vier Themenkreise:

– Nichteuropäische Zivilisationen
– Europäische Kunst
– Altertum
– Nationale Archäologie

Der Bereich Nichteuropäische Zivilisationen umfasst historische Preziosen und Ausgrabungsstücke aus China, Korea, dem Indischen Subkontinent, aus Polynesien , aus Mittel- und Südamerika, Tibet, Nepal usw..
Einen Schwerpunkt bildet Islamische Kunst und Geschichte mit vielen Anschauungsstücken.

Brussels
Brussels

In diesem Bereich hat mit persönlich der Mittel- und Südamerikanische Bereich sehr gut gefallen. BOlmeken, Tolteken, Maya, Azteken und Inka gaben sich hier ein Stelldichein. NAber auch die Indianerkulturen Nordamerikas werden vorgestellt.  Ein riesiger Totempfahl nimmt hier einen zentralen Platz im Ausstellungsraum ein.

Als Liebhaber von belgischen Comics war ich dann doch überrascht, als ich mich der Hockmumie gegenübersah, die als Vorlage für die verfluchte Königsmumie in Tim und der Sonnentempel herhalten musste.

Brüssel
Brüssel

Im Bereich Europäische Kunst werden interessante Stücke aus 2000 Jahren europäischer Kunst- und Kulturgeschichte präsentiert.  Es werden die Baustile der Zeiten (Gotik, Romanik, usw.) veranschaulicht.  Ein Bereich widmet sich der Glaskunst, der europäischen Kunst des 17.-20. Jahrhunderts. Zudem werden in einem eigenen Bereich prunkvolle Kutschen aus den letzten Jahrhunderten präsentiert.

Beeindruckend für mich war der Bereich der Altertumsgeschichte. Hier wird das alte Ägypten, die griechische und römische Kultur sehr eindrucksvoll in Szene gesetzt.
Der römische Bereich beeindruckt mit einer aufgebauten Tempelsäulenfassade mit schönen Korinthischen Säulen.  Die Auswahl der Statuen ist sehr Geschmackvoll und gut gewählt.  Von einer Galerie blickt man herunter auf das große Bodenmosaik einer Tierhatz aus der Imperialen Zeit.

Der griechische Bereich wird überwiegend durch Tonware, bemalte Vasen und Amphoren beleuchtet.

Highlight der Altertumssammlung ist meiner Meinung nach die ägyptische Sammlung.  Diese ist sehr umfangreich und präsentiert viele Fundstücke aus dem Niltal.  Man kann mehrere Sarkophage, Mumien, Totenmasken, Grabbeigaben, unzählige Uschbetis, Kanopenkästen, Statuen, Bilderfriese usw. bewundern.
Alleine mit diesem umfangreichen Sammlungsbestand könnte man ein eigenes Museum eröffnen.

Der Bereich Nationale Archäologie befasst sich mit den Themen belgische und europäische Vorgeschichte, den Gallo-Römern und den Merowingern.
Hier werden Ausgrabungsfunde aus der keltischen Epoche (z.B. Torques, Weihefigurinen, Schmuckstücke) gezeigt.  Umfangreich ist auch die Merowingersammlung, wo das gegen Ende der Völkerwanderung lebende fränkische „Vorgängervolk“ der Franzosen und Deutschen vorgestellt wird.

Für einen Besuch des Museums sollte man sich viel, viel Zeit mitnehmen.  Man kann meiner Meinung nach einen ganzen Tag in dem Museum verbringen.

Während meines Besuchs war das Museum nur mäßig besucht, was mir die Möglichkeit gab viele Artefakte genauer in Augenschein zu nehmen.

In Parterre des Museums befindet sich ein Museumsshop sowie eine Cafeteria, die aber nur Mittags und Abends warmes Essen anbietet.  Dafür ist die Speisekarte sehr gut und es gibt eine Bedienung und kein Self-Service.

Als Kritikpunkte möchte ich die folgenden Ausführungen nicht unbedingt werten, da die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind. Ich persönlich finde, dass das Museum einen sehr „Altehrwürdigen“ Charme hat. Die Präsentation der Sammlung ist sehr Old-fashioned und verzichtet nahezu gänzlich auf den Einsatz von multimedialen Elementen.  Ich glaube dass man heute ein Museum so nicht mehr bauen würde und so war der Besuch dort auch so etwas wie eine kleine Zeitreise.

Vieles muss man sich selber erschließen und ohne Vorkenntnisse glaube ich schon, dass einen die Masse der Ausstellung schlicht erschlägt.

In einem dreisprachigen Staat wie Belgien fand ich es dann allerdings bedauerlich, dass meistens nur flämische und französische Beschreibungen an den Ausstellungsstücken vorhanden waren.  Deutsche Beschreibungen waren nur teilweise vorhanden. Englische Beschreibungen waren fast gar nicht vorhanden, was ich gerade in der „europäischen Hauptstadt“ sehr schade finde.  Deshalb gibt es hier einen Punktabzug.“

Treffen MC Faizabad, 09. -12.06.2016

Patch
MC Faizabad 2011

Auch in diesem Jahr trafen sich wieder Mitglieder / Member des MC Faizabad. 2011 gründeten Bundeswehrangehörige, Polizeibeamte und lokale Angestellte im Bundeswehr Feldlager Faizabad, Nord-Afghanistan,  einen Motorradclub. Seitdem haben jährlich Treffen in allen möglichen Gegenden von Deutschland und Österreich stattgefunden. So traf man sich 2012 in Mainz, im Folgejahr im Allgäu, dann 2014 im Salzburger Land , 2015 in Hessen und jetzt im Juni 2016 in der Eifel. Dadurch, dass ich die diesjährige Fahrt geplant hatte, wurde mir der diesjährige Roadcaptain Aufnäher verliehen.

Wenn der Hof zur Biker-Ranch wird.
Wenn der Hof zur Biker-Ranch wird.
MC Faiza Tour 2016
MC Faiza Tour 2016 – Vogelsang
MC Faiza Tour 2016
MC Faiza Tour 2016 – Guzzi
MC-Faiza Tour 2016
MC-Faiza Tour 2016 – Fort Eben Emael
MC-Faiza Tour 2016
MC-Faiza Tour 2016 – Fort Eben Emael
2016 only!!!
Road-Captain ; 2016 only!!!
MC-Faiza 2016
MC-Faiza 2016 – Am Bausteinsee

 

Willkommen im Bereich meiner „neuen Webpräsenz“

Meine bisherige Seite basierte auf einen 2006er Entwurf und war im letzten Jahr dermaßen in die Jahre gekommen, dass ich die Seite kurzerhand gelöscht habe. Nun soll mit WordPress  etwas völlig neues entstehen und sukzessive sollen auch Inhalte meiner bisherigen Webseite überführt werden. Schauen Sie bei Gelegenheit nochmal vorbei, wenn weitere Inhalte hinzugekommen sind.

Oliver Wald

Wie trainiert man Demokratie bei 50 Grad im Schatten?

Folgender Artikel des Redakteurs Rudolf Müller,  der im Mai 2014 in der Eschweiler Zeitung erschien beschreibt sehr passend meine Tätigkeiten im Ausland. Den Artikel habe ich mit Bildern aus meinen beiden Auslandsjahren versehen.

Gemeinsam machen Polizisten und Soldaten ein Einsatzfahrzeug wieder flott.
Gemeinsam machen Polizisten und Soldaten ein Einsatzfahrzeug wieder flott.

„Wie trainiert man Demokratie bei 50 Grad im Schatten?

ESCHWEILER. Wer Fastelovend in die Bütt geht und zudem Brudermeister einer Schützengesellschaft ist, der gilt allgemein als bodenständig und heimatverbunden. Das trifft zweifellos auch auf Oliver Wald aus dem Stadtteil Pumpe zu. Aber es gibt auch die andere Seite des Oliver Wald. Und die zieht‘s in die Ferne. Und das keineswegs nur im Urlaub.

Für die Errichtung eines Aussenpostens in Afghanistan. September 2011
Errichtung eines Aussenpostens in Afghanistan. September 2011

Oliver Wald ist Polizeibeamter. Seit 1991. In Bonn, im Erftkreis, in Stolberg und Eschweiler. Personen- und Objektschutz, Wachdienst, Einsatzhundertschaft, Verkehrsdienst, Funker – er hat nahezu alles gemacht, was man hierzulande in Uniform tun kann. Gereicht hat ihm das nicht: Ihn lockten außergewöhnliche Einsätze in fernen Ländern.

EAGLE IV der Bundespolizei in Nord-Afghanistan, März 2011
EAGLE IV der Bundespolizei in Nord-Afghanistan, März 2011

Gereist ist er immer schon gerne. Sein Vater ist in Irland großgeworden, die niederländischen Pfarrer in Pumpe waren Priester mit Missionshintergrund. Das alles nährte Oliver Walds Fernweh. Das sein Arbeitgeber seit 1989 Polizisten zu Auslandseinsätzen schickte – zunächst nach Namibia, dann auf den Balkan – kam ihm mehr als gelegen. Er bewarb sich, punktete mit guten Englisch- und Französischkenntnissen – und wurde 2010 für ein Jahr nach Afghanistan geschickt.

Kleinwaffen sind das Verhängnis Afrikas und man erhält diese für kleines Geld an jeden dicken Baum.
Kleinwaffen sind das Verhängnis Afrikas und für Warlords jedweder Coleur ist es kein Problem, diese zu beschaffen.

In Feyzabad, auf 1300 Meter Höhe nordöstlich von Kundus gelegen, baute er im Schutz eines Bundeswehr-Camps von der fantastischen Kulisse des bis zu 6000 Meter hohen Hindukusch mit 30 Kollegen eine größere Polizeischule auf. Sein Job: die Betreuung von Baumaßnahmen wie Schule und Checkpoints, die Ausstattung der Schule, die Verwaltung der Gelder, die Betreuung des örtlichen Personals wie der Dolmetscher und, und und… In kriegerische Handlungen wurde Oliver Wald nie verstrickt – „ich habe keinen Raketenbeschuss erlebt, habe nie irgendwelchen Stress gehabt – ich hatte immer Glück!“

Polizeitraining in Mali, 2014
Polizeitraining in Mali, 2014

Dennoch war das Leben in der bergigen, trostlosen Einöde des Hindukusch, in der im Winter bis zu minus 40 Grad herrschen und die Sonne im Sommer jedes Fleckchen Grün verbrennt, nicht einfach. „Kasernenleben schlaucht“, weiß Wald, der dennoch die Unterbringung und Betreuung bei der Bundeswehr in höchsten Tönen lobt. „Komfortable Fertigbaracken, hervorragende Küche, Internet-Anbindung, Kino-Abende und ein Rundum-sorglos-Paket inklusive bester medizinischer Versorgung.“ Zum „Rundum-sorglos-Paket“ gehörte auch die Absicherung durch eine mongolische Schutztruppe: „Die sind erstklassig ausgebildet, bei deren fast akrobatischen Vorführungen stockte auch gestandenen Bundeswehrsoldaten der Atem!“

Inspektion einer Gendarmeriedienststelle, Mali, Februar 2014
Inspektion einer Gendarmeriedienststelle, Mali, Februar 2014

GPPT klein ohne Rand.gifEin Jahr lang war Oliver Wald in Feyzabad im Einsatz. Betreute mit Kollegen ein Waisenhaus, organisierte Kleidersammlungen für Kinder, stieß bei Überlandfahrten auf Marihuanaplantagen („Die bringen den Bauern eben mehr ein als Getreide“) und gründete den „Motorradclub Feyzabad 2011“, der seither jährlich Ausfahrten ins Rheintal oder nach Österreich unternimmt. Und er hängte eine große Fahne der Narrenzunft in seine Baracke, als sein Jugendfreund und Vereinskollege Stephan Lenzen in Eschweiler Prinz wurde und er im fernen Afghanistan nicht mitfeiern konnte.

Mali Februar 2014
Mali Februar 2014

Und er kümmerte sich nicht zuletzt um die jeweils zehnwöchige Ausbildung afghanischer Polizisten. Schwerpunkte: Menschenrechte, Gleichheitsgrundsätze, Demokratie, Gesetz und Ordnung, aber auch Festnahmetechniken, Fahrzeugkontrollen, Handhabung von Waffen. „Was die Deutschen dort aufgezogen haben, da kann man stolz drauf sein. Was wir dort bieten, ist eine Ausbildung mit Hand und Fuß, wie ein Großteil der Polizisten in Entwicklungsländern sie sicher nicht besitzt“, sagt der 41-Jährige.

Klar, dass der Wechsel von Feyzabad nach Stolberg eine enorme Umstellung für den Oberkommissar bedeutete. Neue Kollegen, neue Führung – da muss auch jemand, der 13 Jahre dort Dienst getan hat, sich seinen Platz neu erkämpfen. Anderthalb Jahre leistete Wald in der Kupferstadt Wachdienst, dann wechselte er ins Verkehrskommissariat nach Eschweiler.

 

Und wieder packte ihn das Fernweh. „Wer einmal infiziert ist, der kommt davon nicht los“, sagt er. „Diese Einsätze erweitern unheimlich den Horizont; man wird viel gelassener, wundert sich, worüber Leute sich hierzulande aufregen und lernt auch seine Heimat noch mehr zu schätzen.“ Ziel diesmal: das 6500 Kilometer entfernte, französischsprachige Mali in Westafrika, in dem Touareg und Dschihadisten Krieg gegen die Regierung und ihre Truppen führten, bis Frankreich militärisch eingriff.

Besuch der Verteidigungsministerin, von der Leyen, Botschaftsempfang in Bamako, Mali, Januar 2014
Besuch der Verteidigungsministerin, von der Leyen, Botschaftsempfang in Bamako, Mali, Januar 2014

Bis heute gelten Menschenrechte hier offenkundig wenig: Die Vereinten Nationen haben Fälle von Amputationen, Auspeitschungen und Hinrichtungen festgestellt. Der Internationale Strafgerichtshof hat eine Untersuchung auf Kriegsverbrechen aufgrund von Berichten über Verstümmelungen und Tötungen von Bewohnern, die den Islamisten nicht Folge leisteten, angeordnet.„Die derzeitige die Menschenrechte betreffende Lage ist mit langjährigen und ungelösten Problemen verbunden. Menschenrechtsverletzungen wurden sowohl im Norden als auch im Bereich unter Kontrolle der Regierung begangen“, erklärt der UN-Menschenrechtsrat und beruft sich dabei auf Missbräuche seit Januar 2012. Der Rat stellte fest, dass „im nördlichen Mali seit Januar 2012 schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen stattgefunden haben, einschließlich Massenhinrichtungen und Tötungen ohne Gerichtsverfahren.“

UNPOL-LogoHier bemüht sich Oliver Wald seit November mit fünf deutschen Kollegen, im Auftrag der Vereinten Nationen Polizisten auszubilden. Mopti, die einst als „Venedig Malis“ von zahlreichen Individualtouristen angesteuerte Stadt im Binnendelta des Niger, liegt eine Flugstunde nordöstlich von Bamako. Hier lebt Oliver Wald mit einem Kollegen in einem eigenen kleinen Lehm-Bungalow, hier baut er Polizeiwachen auf, bringt vorhandene samt Ausstattung auf einen zeitgemäßen Stand, hier trainiert und unterrichtet er gemeinsam mit Kollegen z.B. aus Guinea, Togo und dem Kongo in einem UN-Stützpunkt Polizisten.

April 2014, Tenenko, Mali
April 2014, Tenenko, Mali

„Das ist eine riesige, tolle Herausforderung. Hier muss man mit den unterschiedlichsten Kulturen, Mentalitäten und Befindlichkeiten umgehen. Das ist ,Erde in klein‘ – mit gutem Willen funktioniert das. man muss sich nur davon freimachen, das alleinige Patentrezept für dieses und jenes zu haben. Auch andere haben sehr gute, praxisnahe Ideen.“ Und: „Manchmal habe ich das Gefühl, man ist sehr willkommen. Andere begegnen uns zurückhaltender, abwartender. Aber am Ende sind alle froh, dass wir da waren.“

Froh, wenn er aus seinen nicht ungefährlichen Einsatzgebieten zurück ist, sind Oliver Walds Ehefrau Simone und seine Töchter Caitlin (13) und Eileen (10), zu denen er mittels Skype übers Internet Kontakt hält. „Meine Frau hat sich nach dem Motto ,Ist die Katze gesund, freut sich der Mensch‘ damit abgefunden, dass es mir gut geht, wenn ich unterwegs bin. Nach 16 Jahren Ehe muss man sich nicht ständig auf der Pelle hocken. Sie weiß, dass ich den Kopf nicht zu weit aus der Deckung strecke. Und ich weiß, dass sie auch ohne mich unseren kleinen Betrieb Familie hervorragend managt.“

Nachtrag:

Mein Einsatz in Mali endete nach einem Jahr im November 2014. Gesund an Leib und Seele kehrte ich zurück.

Auf halber Strecke zwischen Djenne und Sevare, Mali, März 2014
Auf halber Strecke zwischen Djenne und Sevare, Mali, März 2014

Wermutstropfen ist allerdings, dass meine Dienststelle die wirklich überragenden Beurteilungen aus dem Ausland nicht in meine aktuelle Beurteilung  hat einfließen lassen , so dass die Auslandsmissionen dem beruflichen Fortschritt eher im Wege stehen. Offenbar darf so etwas geschehen, denn mein Antrag auf Abänderung der Regelbeurteilung wurde recht schnell und ohne viel Federlesen abgelehnt.

Im Januar trat ich dann zunächst kommissarisch  eine neue Stelle bei der Führungsstelle/ Dir. V. in Aachen an.  Um diese Stelle dann fest zugeschrieben zu kommen, war es nötig, dass ich auf einen Rechtsstreit mit meiner Behörde verzichtete. Im Nachhinein war dies vielleicht ein Fehler.

Sollte ich in näherer Zukunft erneut die Möglichkeit einer Missionsteilnahme erhalten, werde ich nicht zögern und  wieder meine Koffer packen.

 

Mexiko: Erholung in einer Cenote

Nach einem Besuch der Ruinen in Coba besuchten wir die Multum Ha Cenote. Die Eintrittskarte dazu erwarben wir beim Parkwächter in Coba, der uns diese Cenote als „Familientauglich“ empfohl. Auch händigte er uns einen Lageplan der Cenote aus. Mit unserem Leihwagen, einen ganz und gar nicht Geländegängigen VW Gol, war die Cenote von Coba aus innerhalb kurzer Zeit erreicht. Überirdisch befand  sich ein zweckmäßiges offenes Duschhaus mit einigen Umkleidekabinen und ein Plumpsklo.
Kühle Cut empfing uns beim Einstieg in die Cenote. Die Treppe war gut begehbar. Das Wasser der Cenote war schön klar und erfrischend kühl. Es befanden sich zwei Schwimmeinstiege auf dem unteren Plateau. Schwimmen war wunderbar möglich und herrlich erfrischend. Eine Aufsicht war in der Cenote nicht vorhanden. Mit Ausnahme eines einzelnen Campingstuhls fehlten eindeutig Sitzgelegenheiten im Bereich der Schwimmeinstiege. Wir waren positiv überrascht, dass wir für ca. eine Stunde die einzigsten Besucher waren.  Ein tolles Erlebnis!

Schwimmen in einer Benote ist ein eindrucksvolles Erlebnis.
Schwimmen in einer Cenote ist ein eindrucksvolles Erlebnis.
Cenote, Halbinsel Yucatan, Mexiko
Benote Multum Ha,  Halbinsel Yucatan, Mexiko

 

Besuch der Mayaruinen Coba

Im Bereich der Cobá-Ruinen geht es im Vergleich zu den Ruinen von Chicen Itza eher gemächlich zu. Die Souvenirverkäufer waren weniger aufdringlich und präsent als im Bereich der größeren Attraktionen. Stattdessen boten die Locals einen Fahrradverleih an. Hier ehielt man für schmales Geld ein Mountainbike und konnte mit diesem den Bereich der Ausgrabung, die mitten im Dschungel gelegen ist,  erkunden. Auch war ein Transport zu den Hauptsehenswürdigkeiten mittels Fahrradrikscha möglich. Wir wählten  den Fußweg und nach ca. 20 Minuten erreichten wir die große Pyramide von Coba, die im Gegensatz zu ihren Pendants in Chichen Itza nicht restauriert war, aber bestiegen werden durfte. Die Treppen waren teilweise verfallen und erschweren so den steilen Anstieg. Diesen sollte man mit festen Schuhwerk und auf keinen Fall in der Mittagshitze wagen. Wer unsportlich ist, sollte die Finger vom Aufstieg lassen.

Halbinsel Yucatan, Mexiko
Coba, Halbinsel Yucatan, Mexiko

Simone und Caitlin verzichteten auf den Aufstieg. Für Eileen war dieser aber kein großes Problem und ich hatte meine liebe Not ihr wieder habhaft zu werden.

Belohnt wurden wir  mit einem fantastischen Ausblick über den Dschungel und die benachbarten Seen. Beim Auf- und Abstieg kam schon  ein wenig Indiana-Jones Feeling auf. Die anderen Ruinen im Areal waren ebenfalls sehr sehenswert. Hier unter anderem eine kleine Pelota-Arena und diverse Altäre.

Tulum/ Mexiko: Wahnsinns Location

Die Ruinen von Tulum sollte man vor 11:00 Uhr oder am späten Nachmittag besuchen. Gegen 11:00 Uhr kommen dort die Touristenbusse aus Cancun und Playa del Carmen an. Dann wird es ganz schön eng zwischen den Ruinen. Die Ruinen sind gut zugänglich. Von einem großen Parkplatz aus, wo auch die Souvenirgeschäfte sind, gelangt man Fußläufig (ca. 1km) oder mittels eines Sightseeingzugs zum Eingang der Ausgrabung.
Die Wege in der Ausgrabungsstätte sind breit und gut angelegt. Dringend sollte man auf eine Kopfbedeckung achten, da die Sonne sehr stark auf das Areal fällt. Maya-Fans werden an den Ruinen ihren Gefallen finden. An den einzelnen Gebäuden sind mehrsprachige (Spanisch/Englisch) Hinweisschilder angebracht, die sehr gut die jeweilige Ruine erklären. Gut gefallen haben mir die Relieffriese an einigen Ruinen, die die Götterwelt der Maya darstellen.

Maya Ruinen in Tulum, Mexiko
Maya Ruinen in Tulum, Mexiko

Highlight ist sicher der von der Ausgrabungsstätte zugängliche Strand. Im Schatten der Maya Tempel kann hier ein Bad in der Karibischen See genommen werden. Der Strand ist allerdings sehr klein und sehr früh am Tag überlaufen. Ein Lifeguard versieht dort seinen Dienst. Umkleiden gibt es dort nicht. Im Bereich des o.a. Parkplatz gibt es allerdings eine Umkleide und Duschen. Das ist aber weit vom Strand entfernt, so daß die Badesachen bereits vorher angezogen sein sollten.
Gerade für Familien mit Kindern sehr lohnenswert, da die Kinder sich sehr auf den Strandbesuch freuen und daher mehr Interesse an den Ausgrabungen zeigen.

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